Physikalische Therapie

… bedeutet, Behandlung mit physikalischen Mitteln

Verschiedene Anwendungsformen der physikalischen Therapie sind:

•   Wärmetherapie: Heißluft

Die infrarote Wärmestrahlung dringt nur wenige Millimeter tief ins Gewebe ein. Auf dieser Wärme beruht auch das Wirkprinzip.

Durch Wärmeleitung können allerdings auch das Unterhautfettgewebe, das Bindegewebe oder die Gelenke erreicht werden. Rotlicht wird zu Behandlungen eingesetzt, bei denen der Erfolg durch Wärmen erreicht wird. Hierzu gehören Muskelverspannungen, Fibromyalgie, „Hexenschuss“, Nasennebenhöhlenprozesse, rheumatische Erkrankungen und Mittelohrentzündungen.

•   Fango
•   heiße Rolle

Die Heiße Rolle ist ein unterstützendes Therapieverfahren aus der Hydrotherapie und verbindet die gezielte Wärmeapplikation und Massage: Ein bis zwei Frotteetücher werden fest trichterförmig aufgerollt und zu 2/3 mit heißem Wasser durchtränkt. Die Rolle wird anschließend vom Behandler auf die ausgewählten Körperpartien langsam ausgerollt und betupft. Durch die Verbindung von Wärme und Druck kommt es zu einer reaktiven Hyperämie.
Mit zunehmender Abkühlung kann die Heiße Rolle weiter ausgerollt werden. Gleichzeitig wird das kältere Ende des Tuches wieder eingerollt. Zum Schluss wird das Tuch vollständig auf der behandelten Körperpartie ausgerollt, wo es bis zur Abkühlung verbleibt. Anschließend wird der Patient abgetrocknet und in ein Tuch oder eine Decke eingepackt.
Diese Methode wird auch als tonusmindernde Vorbehandlung für eine nachfolgende Physiotherapie verwendet. Sie eignet sich zur Selbstbehandlung des Patienten und ist gut dosierbar.

•   Kältetherapie / Kryotherapie:

Unter Kryotherapie (Eistherapie) versteht man medizinische Behandlungsverfahren, die auf dem Einsatz von Kälte basieren.
Manche Autoren unterscheiden zwischen der Kältetherapie im Temperaturbereich zwischen +15° und 0° C und der Kryotherapie im Temperaturbereich unter 0° bis -180 °C. Die Begriffe werden jedoch häufig synonym verwendet.
Lokale Kälteanwendungen werden zur Abschwellung, Schmerzlinderung und Entzündungshemmung eingesetzt. (z.B. Eis-Kompressen, Eislolly)
Zur Anwendung kommen:

  • Eisabreibungen
  • Kaltluft
  • Kältepackung

•   Behandlung mit Strom / Elektrotherapie
•   Ultraschall

In der Ultraschalltherapie kommt sowohl Dauer- als auch Impulsschall zum Einsatz. Die Art des Schalls spielt für die Gesamtbehandlungsdauer und die einzustellende Ultraschallstärke eine große Rolle.
In der Ultraschalltherapie kann sowohl die erkrankte Stelle lokal behandelt, als auch zuführende Nerven stimuliert werden. Die zu behandelnde Stelle wird mit einem Kontaktgel bedeckt, um die optimale Schallübertragung zu gewährleisten. Mit dem Schallkopf wird nun gleichmäßig und langsam über das zu behandelnde Areal gefahren. Wichtig hierbei ist, das zu behandelnde Areal möglichst genau einzugrenzen und pro Behandlungseinheit nicht mehr als drei Areale zu beschallen. Chronische Erkrankungen werden je nach Schweregrad bis zu zehn Minuten behandelt.
Durch den auf den Körper wirkenden Ultraschall kommt es im Gewebe zu einer mechanischen und thermischen Wirkung.

Die mechanische Wirkung ist eine Vibrationswirkung. Durch den Schalldruck kommt es im umliegenden Gewebe zu starken Kompressionen und Expansionen, was der Wirkung einer kräftigen Massage oder Bindegewebsmassage entspricht.

Die thermische Wirkung entsteht durch die Schallresorption körpereigenen Gewebes. Diese Wärmebildung kann durchaus therapeutisch genutzt werden, doch bietet sie auch Anlass zur Vorsicht. Die Wärmebildung des Impulsschalls ist deutlich geringer als die des Dauerschalls, sodass bei lokaler Anwendung an Knochen ausschließlich der Impulsschall zum Einsatz kommt.

•   Phonophorese

Bei der (Ultraschall-) Phonophorese wird ein kopplungsfähiges Medikament als Kontaktmedium verwendet und so das Medikament mittels Ultraschall ins Gewebe/unter die Haut transportiert. Bei diesem Verfahren ist die Tiefeneindringung des Medikamentes vom Zeitfaktor und der Frequenz abhängig und weniger von der Intensität. Die Ultraschalltherapie lässt sich auch gut mit Gleichstrom- oder einigen Reizstromverfahren kombinieren, wodurch die Wirksamkeit noch gesteigert werden kann.

•  Iontophorese

Die Iontophorese ist ein medizinisches Verfahren zur Resorption von Arzneistoffen durch die Haut unter Anwendung eines schwachen elektrischen Gleichstromes.
Die entsprechenden Arzneistoffe müssen dabei eine elektrische Ladung haben oder in einem Leitelektrolyten gelöst vorliegen, in dem sie mitgerissen werden. Nur so können sie im elektrischen Feld beschleunigt werden und somit die Haut durchqueren, um dann in das Blut oder in das Gewebe zu gelangen. Meist liegt das Medikament dabei in Salbenform vor.
Die Stromstärke kann etwa 10–30  mA erreichen, und wird, wie beim Stangerbad, langsam von 0 auf den Endwert hoch geregelt und bei Ende der Behandlung langsam heruntergeregelt. Die maximale Spannung, die für den Stromfluss notwendig ist, liegt bei etwa 60 Volt. Die Iontophorese wird mit Gleichstrom oder Impulsstrom (unterbrochener Gleichstrom) betrieben. Das Medikament wird auf feuchtes Zellstoffpapier unter eine Elektrode gebracht.